Direkt zum Hauptbereich

Wie wichtig und unterschiedlich Pferdefreundschaften sind

 Chili ist von Fohlen an mit anderen Pferden gemeinsam in der Offenstallhaltung. Zu seiner ersten Herde gehörten bisher 2 Stuten, mit denen er zusammen steht. 

Bei der letzten Stute, die dazu gekommen ist, vor gut 1 Jahr, hatte ich den Eindruck, Chili hat sich verändert. Er war plötzlich schreckhafter geworden. Er scheute beim Ausreiten vor Baumstämmen, die einfach nur am Wegrand lagen.

Ich habe nicht verstanden, was das ausgelöst haben könnte. Er war auch auf der Weide nervöser geworden, ich glaube aus irgendeinem Grund hat ihn diese Stute mental aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Stute ist auch sehr schreckhaft und wenn sie dem Reiter nicht absolut vertraut, dreht sie gern mal auf der Hinterhand um und rennt den Weg zurück, wenn die Situation für sie nicht in Ordnung ist. 

Ich habe öfter aufgrund seiner Wesensänderung gedacht, das es mit der Stute zusammenhängen könnte.

Seit 3 Wochen hat sich die Stallsituation geändert und die Stute steht in einem anderen Verbund, dafür hat Chili einen 5 jährigen Haflingerwallach als Gesellschaft bekommen. Und seitdem hat er sich total gedreht. Er ist wieder ruhiger, entspannter, steht ganz viel mit diesem Wallach zusammen und kuschelt. Die beiden teilen sich sogar ein Heunetz. Das hat es bei Chili noch nie gegeben. Beim Futter hörte bisher alle Freundschaft auf. Doch hier ist alles anders.

Mir hat keiner geglaubt, das die Stute diese Wesensveränderung bei ihm hervorgerufen hat. Doch jetzt im Vergleich ist es ganz deutlich zu erkennen. Ich freue mich für die beiden Jungs, das sie sich so gut tun. Macht es doch auch mir als Reiterin das Leben leichter.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Abwechslung zwischen Routine und Abenteuer stärken die Bindung zwischen Pferd und Reiter

 Endlich beginnt die Zeit wieder, in der Chili und ich mit dem ausgedehnten Ausreiten beginnen können für dieses Jahr. Nach dem der Wald nicht mehr matschig und rutschig oder glatt ist, können wir wieder in allen Gangarten unsere Ausritte machen. Das hab ich echt vermisst. Chili hat zwar noch sein dickes Winterfell und ich achte darauf, das er nicht pitschnass geschwitzt wieder vom Ausritt zurückkommt, doch seine Kondition ist so gut, das er auch einen flotten Galopp bergauf ohne große Schweißausbrüche übersteht.  Wenn ich die anderen Pferde im Stall so beobachte, sind die an Hals und unter dem Sattel patschnass, wenn sie vom Ausritt zurück kommen. Chili eher nicht, es sei denn, man reitet nur Vollgas und das liegt uns Beiden ja nicht so am Herzen. Wir geniessen eher das beschauliche Durchstreifen der Landschaft. Auch auf bekannten Touren ändere ich immer mal was, damit keine langweilige Routine in unser gemeinsames Leben kommt. Gestern bin ich nach einem schönen Galopp, den w...

Stille

 Mir fällt auf,  daß es in meinem Innersten immer stiller wird.  Oft denke ich,  ich habe in meinem Leben bereits alles gesagt,  was ich zu sagen habe.  Alles geschrieben,  was mich beschäftigt und ich mit anderen teilen möchte.  Die Themen wiederholen sich,  weil sie so menschlich sind und bestimmten Rhythmen unterworfen sind,  die unser aller Denken und Dasein bestimmen.   Wenn man jenseits der 60 ist,  tritt etwa wie Gelassenheit in unser Leben. Einfach die Gelegenheiten auf sich zukommen lassen,  nicht mehr so viel unbedingt wollen.  Das Glück des Moments genießen,  ohne viel Worte oder gar Bilder darüber zu machen.

Chili entdeckt die Freiheit und Selbstermächtigung

 Am ersten Wochenende im Juli diesen Jahres bringt Chili uns zum Staunen.  Er geht nachts eigene Wege, weil er es leid ist, sich nicht satt essen zu können. Jahrelang war er geduldig und brav, auch wenn die Wiese nichts mehr hergab, oder seine Heuraufe nicht genug Inhalt fürs Sattwerden hatte.  Da ich dieses Jahr viel mit ihm grasen war und er festgestellt hat, das es wunderbar viel Gras überall gab, hat er beschlossen, nicht mehr länger Kohldampf zu schieben, sondern sich zu holen, wonach ihm ist. Besonders zugenommen hat er dabei nicht. Ich gehe mal davon aus, das er die letzte Woche , als ich wegen der Augen OP nicht zu ihm kommen konnte, ziemlichen Hunger gehabt haben muss. Ich glaube ja, das er durch das Zusammensein mit mir mehr Selbstbewusstsein bekommen hat. Solange er nicht auf die Straße rennt, oder sich verletzt, ist mir seine Eigenmächtigkeit ein Schmunzeln wert.