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Gute Gründe, warum ich mein Pferd so schätze und liebe

Es ist Januar, es ist kalt, matschig, frostig und der Wind weht uns kalt um die Nase.

Chili und ich sind trotzdem regelmäßig im Gelände unterwegs und haben unsere Freude daran. Mal reite ich, mal laufen wir einfach nebeneinander. Das kommt immer darauf an, wie rutschig oder glatt der Boden ist, oder auch, wie groß die Kälte ist. Bei beidem steige ich ab, oder eben erst gar nicht auf.  Ich will nicht, das wir uns auf die Nase legen. Es geht schließlich irgendwie immer bergab oder bergauf.

Wenn es mir zu kalt ist, nur auf dem Rücken des Pferdes getragen zu werden, laufe ich nebenher.

Es gibt derzeit plötzlich große Schneemänner auf den Wiesen, die von Kindern und Eltern im Wald gebaut worden sind. Das lässt Chili staunen und er guckt immer mal wieder misstrauisch zu diesen weißen großen Dingern hin. Nicht das die plötzlich aufspringen und uns fressen wollen. Er lässt sich von mir beruhigen, ich erzähle ihm alles mögliche und er geht weiter.

Er glaubt mir, und das macht mich froh.

Gerade ist in unseren Stall ein 5 jähriger Haflingerwallach eingezogen. Er stammt aus der eigenen Zucht vom Lebensgefährten von Chilis Besitzerin.

Die Reiterin kommt nicht mit dem muskulösen und großen Wallach zurecht. Sie hat Angst, ihn zu reiten. Er ist tatsächlich groß für einen Haflinger, so ca. 163 cm Stockmaß.

Sie hat ihn vor 2 Jahren, gerade angeritten, gekauft. Ein Fehler, den viele machen, man kauft auf Optik und hat eigentlich viel zu wenig Erfahrung, das junge Pferd richtig einzuschätzen, geschweige denn, es auszubilden.

Hab ich mir vor vielen Jahren doch auch einen Jungspund gekauft, aus lauter Mitleid und weil er so "süß" war. Auch ich konnte ihn nachher nicht wirklich reiten. Allerdings an der Hand waren wir ein Traumpaar. 

Kurz und gut, der Haflinger bekam einen neuen Sattel angepasst gestern, und die Besitzerin von Chili wollte mal ein paar Schritte mit ihm laufen, um zu sehen, ob der Sattel gut saß. 

Der Wallach fing sofort an, sich zu wehren, rannte die Frau um und wollte nur noch weg. Auf keinen Fall wollte er mit Sattel vermeintlich zur Arbeit antreten. Wenn der Lebensgefährte nicht so schnell gehandelt hätte, wäre der Haflinger auf die Straße gerannt und auf und davon.

Das alles spricht Bände. Und diese Szene, die echt nicht selten ist, hat mir wieder bestätigt, warum man sehr gut überlegen soll, welches Pferd man reitet, oder gar kauft.

Der Haflinger hat nun einen Weg vor sich, dessen Ausgang noch ungewiss ist. Er hat 2 Jahre gelernt, sich allem zu entziehen, worauf er keine Lust hat und er kennt seine Kraft. Frauen nimmt er absolut nicht ernst.

Bei meinem Pferd ist es damals gut gegangen, er wurde zum Westernpferd und hat danach ein schönes Leben hauptsächlich beim Ausreiten gelebt. Ich drück die Daumen, das es dem Haflinger auch noch gelingt, zu verstehen, das er einem Menschen vertrauen darf, und aufhört, sich gegen die Zusammenarbeit zu wehren. 




 


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