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Wer Angst im Wald hat, singt ein Lied, sagt mein Pferd und hört gut zu

 Jeder Reiter kennt das, beim Ausreiten. Das Pferd wird spannig, zögerlich, die Ohren bewegen sich ständig vor und zurück. Es hat etwas gehört oder gerochen und ist sehr vorsichtig geworden.

Das Frühwarnsystem funktioniert sehr gut und man kann sich innerlich darauf einstellen, das gleich irgendwas oder irgendwer aus dem Nichts hervor kommt. 

Es gibt aber auch so Pferdetage, da ist das Pferd einfach nervös, angespannt und wittert hinter jedem raschelnden Blatt den Tiger, der es gleich fressen wird.

An solchen Tagen singe ich dem Pferd, und mir auch, etwas vor. Summen oder pfeifen geht auch. Es nimmt mir die Möglichkeit, die Luft anzuhalten und wieder tief in den Bauch zu atmen, was sich auf das Pferd beruhigend auswirkt.

Und das Pferd hat etwas anderes, dem es zuhören kann, außer dem Knacken der Äste, dem Rascheln im Gebüsch oder dem Wind, der heute so unheimlich weht.

Wo sonst haben wir sonst noch eine Chance, ungehindert zu singen, ohne das sich jemand dran stört. Das Pferd hat sich noch nie dran gestört und wenn wir Beide dadurch ruhiger und entspannter unseren Weg fortsetzen können, ist jedem gedient. 




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