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Beim Reiten im Hier und Jetzt sein

 Früher hatte ich Schwierigkeiten im Hier und Jetzt zu sein und vor allem zu bleiben.

Mein Verstand ist eine wildgewordene Herde von Affen und hüpft ständig woanders hin. Wie soll ich das schaffen, die Gedanken zu bändigen und auf das zu fokosieren, was gerade im Augenblick geschieht?

Ganz einfach, reite aus. Nur Du und Dein Pferd und die Natur. Fertig.

Erstens bin ich auf das Pferd im Gelände noch mehr konzentriert, als in der Halle oder auf dem Reitplatz. Ich schaue mir die Umgebung genau an, horche und beobachte ähnlich wie mein Pferd, die ganze Zeit um mich herum. Nehme das Huschen einer kleinen Maus, die vielen Pilze, die überall wachsen, den manchmal rutschigen Boden, das Rascheln im Gebüsch, das Licht- und Schattenspiel der Sonne zwischen den Bäumen wahr. 

Und dann natürlich jeden Schritt des Pferdes unter mir. Ist es angespannt im Rücken, weil es was gehört hat und sich bereit macht, für eine evtl. Flucht? Ist es aus dem Takt gekommen, weil ich das Bein vom Pferdebauch weggenommen, oder meinen Sitz verändert habe? Spielt es mit dem Gebiß und kaut darauf herum? 

Kommt dort vorne oder hinter uns ein Fußgänger, ein Radfahrer, oder Hunde? 

Es gibt quasi keinen Moment, an dem ich nicht mit meiner Aufmerksamkeit beim Pferd und der Umgebung um mich herum bin. Also nur Momente der Gegenwart. Kein Gedanke, was ich heute koche, was ich noch einkaufen muß, was morgen oder gestern war oder sein wird. Nichts dergleichen. Und es ist leicht. So leicht wie bei keiner anderen Gelegenheit, die ich kenne. Es mag sein, das man beim Bergsteigen oder sonstigem Sport auch so konzentriert ist, aber das weiß ich eben nicht, weil ich es nicht tue.

Manchmal gelingt es mir sogar, absolut eins mit dem Pferd zu werden. Dann sind wir eine Bewegung ein Körper und ein Geist. Wir sind dann beide wie in einer Art Trance. Das ist das Höchste. Ich hab schon früher darüber gelesen, aber nie selber erfahren. Doch jetzt kann ich es. Und es ist kaum zu beschreiben, so schön ist es.





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