Direkt zum Hauptbereich

Mit dem Wind reiten

 Wenn man nur das Ausreitgelände zur Verfügung hat, also keine Halle und keinen Reitplatz, wird man wetterfest.

Im ersten Jahr hab ich mich von einem regnerischen oder windigen Tag abhalten lassen, mit dem Pferd ins Gelände zu gehen. Zu nass oder zu windig.

Mittlerweile habe ich meine Kleidung dermaßen angepasst, das nur noch wenige Wetterbedingungen mich davon abhalten, einen Ausritt mit meinem Herzenspferd zu machen.

Gestern war es recht windig, die ersten Herbststürme ziehen auf und Pferde sind bei Wind immer etwas übermütig oder ängstlich. Bei Chili hält es sich im Rahmen und man kann ihn durchaus reiten, wenn man im Hinterkopf behält, das Äste oder schlimmstenfalls ganze Bäume runterstürzen können.

Der Wald hat in den letzten Jahren unter Trockenheit gelitten und es liegen immer wieder Tannen quer über den Wander und Reitwegen.

Gestern war es jedoch im Wald recht ruhig, auf den Feldern wehte ein starker Wind und Chili und ich sind mit dem Wind um die Wette geritten. Es war einfach herrlich. Wenn der Wind ihm in die Mähne fährt und er seine Nüstern aufbläht und mit mir die Bergwege hochgaloppiert, könnte ich jubeln vor Glück. Freiheit auf dem Rücken des Pferdes ist ein bisschen wie selber fliegen.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Abwechslung zwischen Routine und Abenteuer stärken die Bindung zwischen Pferd und Reiter

 Endlich beginnt die Zeit wieder, in der Chili und ich mit dem ausgedehnten Ausreiten beginnen können für dieses Jahr. Nach dem der Wald nicht mehr matschig und rutschig oder glatt ist, können wir wieder in allen Gangarten unsere Ausritte machen. Das hab ich echt vermisst. Chili hat zwar noch sein dickes Winterfell und ich achte darauf, das er nicht pitschnass geschwitzt wieder vom Ausritt zurückkommt, doch seine Kondition ist so gut, das er auch einen flotten Galopp bergauf ohne große Schweißausbrüche übersteht.  Wenn ich die anderen Pferde im Stall so beobachte, sind die an Hals und unter dem Sattel patschnass, wenn sie vom Ausritt zurück kommen. Chili eher nicht, es sei denn, man reitet nur Vollgas und das liegt uns Beiden ja nicht so am Herzen. Wir geniessen eher das beschauliche Durchstreifen der Landschaft. Auch auf bekannten Touren ändere ich immer mal was, damit keine langweilige Routine in unser gemeinsames Leben kommt. Gestern bin ich nach einem schönen Galopp, den w...

Stille

 Mir fällt auf,  daß es in meinem Innersten immer stiller wird.  Oft denke ich,  ich habe in meinem Leben bereits alles gesagt,  was ich zu sagen habe.  Alles geschrieben,  was mich beschäftigt und ich mit anderen teilen möchte.  Die Themen wiederholen sich,  weil sie so menschlich sind und bestimmten Rhythmen unterworfen sind,  die unser aller Denken und Dasein bestimmen.   Wenn man jenseits der 60 ist,  tritt etwa wie Gelassenheit in unser Leben. Einfach die Gelegenheiten auf sich zukommen lassen,  nicht mehr so viel unbedingt wollen.  Das Glück des Moments genießen,  ohne viel Worte oder gar Bilder darüber zu machen.

Chili entdeckt die Freiheit und Selbstermächtigung

 Am ersten Wochenende im Juli diesen Jahres bringt Chili uns zum Staunen.  Er geht nachts eigene Wege, weil er es leid ist, sich nicht satt essen zu können. Jahrelang war er geduldig und brav, auch wenn die Wiese nichts mehr hergab, oder seine Heuraufe nicht genug Inhalt fürs Sattwerden hatte.  Da ich dieses Jahr viel mit ihm grasen war und er festgestellt hat, das es wunderbar viel Gras überall gab, hat er beschlossen, nicht mehr länger Kohldampf zu schieben, sondern sich zu holen, wonach ihm ist. Besonders zugenommen hat er dabei nicht. Ich gehe mal davon aus, das er die letzte Woche , als ich wegen der Augen OP nicht zu ihm kommen konnte, ziemlichen Hunger gehabt haben muss. Ich glaube ja, das er durch das Zusammensein mit mir mehr Selbstbewusstsein bekommen hat. Solange er nicht auf die Straße rennt, oder sich verletzt, ist mir seine Eigenmächtigkeit ein Schmunzeln wert.