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Pferdemädchenhimmel

 Ich fuhr also mit klopfendem Herzen zum Haus von Chilis Besitzerin. 

Eine sympathische junge Frau Mitte 30 begrüßte mich, im Schlepptau 2 übermütige Hunde. Chili stand im Offenstall am Haus, wo er extra wegen mir eine Weidepause einlegen musste. Wie ich schnell erfuhr, war fressen seine große Leidenschaft. Entsprechend war er auch ein bisschen pummelig, braunes Fell, schwarze Mähne und schwarzer Schweif. Nicht zu groß, so wie Quarterhorses nun mal sind. Kompakt und handlich.

Er wird Western geritten, erfuhr ich und das stimmte mich schon mal ganz froh. Die Westernsättel sind immerhin die bequemsten und auch sichersten Sättel überhaupt. Um aus so einem Sattel runterzurutschen bei einem Hopser, ist fast  unmöglich. Ich habs dann aber nach knapp 1 1/2 Jahren doch noch geschafft. Doch dazu später.

Also Pferd aus der Box holen, anbinden und putzen. Chili war mir gegenüber distanziert, beachtete mich quasi kaum. Ruhig und gelassen ließ er das Putzen über sich ergehen. Dann kam der schwere Sattel, mein Gott, was für ein Gewicht. und die Trense mit 2 langen getrennten Zügeln. Sehr lässig.

Begleitet wurden wir von einer feurigen Haflingerstute, die darauf brannte, Gas zu geben. Na das kann ja was werden, dachte ich. Aber Chilis Besitzerin hatte sie gut im Griff und wir gingen vom Hof und 100 Meter weiter begann ein Waldweg, in den wir einbogen. Es war ein Sonntagmorgen, Ende August und sehr warm. Am Waldrand wurde dann nachgegurtet und wir saßen auf. 

Mann war ich aufgeregt. So lange nicht mehr wirklich auf dem Pferd gesessen und dann gleich ins Gelände. Aber ich wollte es ja unbedingt. Und ich fühlte mich von der ersten Minute an auf Chilis Rücken sicher und wohl. Er ging gemütlichen Schrittes hinter der Haflingerstute her und trug mich eine Stunde über Stock , Fluß, bergauf und bergab, als würde er den Fremdenführer geben. So eine coole Socke, der war genau das, was ich brauchte, um mich nach so langer Reitabstinenz wieder auf dem Pferderücken einzuleben.

Wir kamen nach einer schönen Runde mit wirklich schönen Reitwegen wieder am Stall an und ich habe sofort zugesagt, ab sofort die Reitbeteiligung von Chili zu werden.

Ich war unfassbar glücklich und als ich zuHause ankam dachte ich nur immer wieder, ich kann es nicht fassen, das ich wieder auf dem Pferd sitze und dazu noch auf so einem ausgeglichenen coolen Kerlchen. Wäre er ein Mann gewesen, ich hätte ihm auf der Stelle einen Heiratsantrag gemacht.

Den restlichen Tag schwebte ich mit einem verträumten Lächeln auf Wolke 7 im Pferdehimmel.






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