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Erster Winter mit dem Pferd im Gelände

 Jeder Reiter weiß, wenn es kalt wird, sind die Pferde bewegungsfreudiger und auch durchaus schneller schreckhaft.


Das wusste ich längst aus eigener Erfahrung. Hatte mich doch vor vielen Jahren unter anderem mein Pferd Abbay bei einem "gemütlichen"  und ruhigen Schrittausritt am Morgen des Heiligabend durch übermütiges Buckeln in einer Pfütze abgesetzt. Das war nur eines von vielen Erlebnissen mit ihm. Im Winter bin ich auch in der Reithallte oft genug im Sand gelandet, weil ihm wieder mal nach überschwenglichen Bewegungen zumute war.

So sehr ich Chili schon schätzen gelernt hatte, war ich doch auf einiges gefasst und auch ziemlich verkrampft, als wir dann bei den ersten kalten Wintertagen zusammen loszogen. 

Er war tatsächlich aufmerksamer und lauschte nach allen Geräuschen im Wald. Er wollte auch an manchen Dingen nicht gern vorbei gehen und machte schon mal einen kleinen Hopser zur Seite. Mich überkam wieder die alte Panik. Wenn ich mich nicht traute, mich mit ihm auseinanderzusetzen, weil das gute Zureden nicht half, stieg ich halt ab, führte ihn an der vermeintlich gefährlichen Stelle vorbei und saß wieder auf.

An Tagen, wo der Boden gefroren und stellenweise rutschig war, bin ich einfach mit spazieren gegangen. Das hat uns auch am Boden ein wenig näher gebracht und beiden Spaß gemacht. Auch konnten wir im Winter auf den kleinen Außenplatz gehen und Bodenarbeit machen. Im Sommer bei langer Trockenheit war es dort so staubig, das sich die Nachbarn mit Recht darüber beschwerten, das der ganze Sand zu ihnen rüber wehte. 

So hab ich den Winter dazu benutzt, Chili oft vom Boden aus näher zu kommen, unser Vertrauen zu stärken und wenn ich besonders mutig war, das Ausreiten fortzuführen.

Außer bei starkem Regen hat mich nichts abgehalten, den matschverschmierten Chili zu putzen, er war ja weiterhin draußen. Zwar im Offenstall, aber das Paddock war oft sehr matschig und entsprechend sah er auch aus, wenn ich ihn abholte.

Die frische Luft und die Bewegung taten mir aber sehr gut und Chili bekam auch etwas Abwechslung und durfte nach der Arbeit auch mal im Stall am Haus im warmen und trockenen stehen und ein paar Stunden tief schlafen.

Seine Besitzerin hat ihn dann am Nachmittag, bei der Kontrollrunde zur Nacht wieder mit auf den Paddock zu den anderen Pferden gebracht, die ihn schon vermisst haben.

So ging auch unser erster gemeinsamer Winter ins Land und ich freute mich schon sehr auf den Frühling und die Ausritte in der grünen und blühenden Natur.



 

 

 

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